Schlüsselleistung
Technische Daten
Keine Unterschiede zwischen diesen beiden Baujahren.
Motor
- Hubraum
- 1721 cc
- Leistung
- 71.0 ch @ 4500 tr/min (52.2 kW)
- Drehmoment
- 135.3 Nm @ 2400 tr/min
- Motortyp
- Bicylindre en V à 45°, 4 temps
- Kühlung
- par air
- Verdichtungsverhältnis
- 9 : 1
- Bohrung × Hub
- 100,73 x 107.95 mm
- Ventile/Zylinder
- 2
- Kraftstoffsystem
- Injection
Fahrwerk
- Rahmen
- simple berceau tubulaire en acier
- Getriebe
- boîte à 6 rapports
- Endantrieb
- Courroie
- Vorderradaufhängung
- Fourche téléhydraulique Ø 41 mm, déb : 108 mm
- Hinterradaufhängung
- Mono-amortisseur, déb : 73 mm
Bremsen
- Vorderradbremse
- Freinage 2 disques Ø 292 mm, étrier 4 pistons
- Hinterradbremse
- Freinage 1 disque Ø 292 mm, étrier 2 pistons
- Vorderreifen
- 130/90-16
- Hinterreifen
- 150/80-16
Abmessungen
- Sitzhöhe
- 708.00 mm
- Tankinhalt
- 21.00 L
- Trockengewicht
- 330.20 kg
- Neupreis
- 30 000 €
Übersicht
Als Indian nach Jahrzehnten des Schweigens wieder auftauchte, erntete die Marke vielfach Spott. Dabei war das Unternehmen aus Springfield den amerikanischen Straßen früher als Harley-Davidson erschlossen — bevor es in den 50er-Jahren an seinen eigenen Widersprüchen zugrunde ging. Die Rückkehr der Chief-Modelle im Jahr 2011 war daher alles andere als selbstverständlich. Es war eine Auferstehung, mit allem, was dieses Wort an Symbolik und Anspruch in sich trägt.

Die Classic präsentiert sich als Einstiegsmodell der Chief-Familie, doch dieses Etikett trügt. 330 Kilogramm auf der Waage, eine Sitzhöhe von 708 mm, eine Linie, die sich ohne Hemmungen in die Länge zieht: Hier wird keine Zurückhaltung geübt. Es handelt sich um einen Custom im vollen Sinne des Wortes, konzipiert, um die Straße zu beherrschen, nicht zu verschlingen. Der Fahrer nimmt in tiefer Sitzposition Platz, die Arme ausgestreckt zu einem Lenker, der zur Entspannung einlädt. Adrenalin wird hier nicht gesucht — Präsenz wird gepflegt.
Das eigentliche Spektakel ist der 1720 cc große V2-Motor mit 45-Grad-Zylinderwinkel, der zwischen den Beinen thront. Der Powerplus leistet 71 PS bei 4500 U/min — eine bescheidene Zahl gemessen am Hubraum, aber das verfehlt den Kern. Das Drehmoment ist das Entscheidende: satte 135 Nm, bereits ab 2400 U/min verfügbar, und es ist dieses Drehmoment, das die Geschichte erzählt. Die Kühlrippen, die sichtbaren Stoßstangen, die aufwendigen Chromarbeiten: Im Vergleich zu dieser altmeisterlich geschliffenen Mechanik hat ein moderner Flüssigkeitszwilling — gleich welchen Herstellers — etwas Funktionales und Unpersönliches. Das 6-Gang-Getriebe überträgt all das per Riemen, in relativer Stille und ohne Wartungsaufwand.
Die direkte Konkurrenz ist natürlich Harley-Davidson. Der Softail Deluxe oder der Heritage bewegen sich in denselben Preis- und Stilgewässern, mit sorgfältiger Verarbeitung und einem unvergleichlichen Händlernetz. Dagegen spielt die Indian die Karte der Seltenheit und des wiederentdeckten Mythos — was je nach Geschmack begeistert oder kalt lässt. Technisch nehmen sich beide Lager nicht viel, mit ähnlichen Philosophien: luftgekühlter Motor, einfacher Rohrstahlrahmen, Teleskopgabel vorne, Einzeldämpfer hinten, Doppelscheibenbremse mit 292 mm vorne. Nichts Revolutionäres.

Der Haken zeigt sich beim Öffnen des Portemonnaies. Dreißigtausend Euro für das Basismodell der Chief-Familie — das ist eine Positionierung, die einer Rechtfertigung bedarf. Die Verarbeitung ist gut, die Montage solide, und die Karosseriearbeit verdient einen genaueren Blick. Doch zu diesem Preis darf man ein zusätzliches Maß an Sorgfalt erwarten, insbesondere bei Kleinteilen und Detailabschlüssen. Die Chief Classic richtet sich an ein Publikum leidenschaftlicher Kenner, die die Geschichte der Marke schätzen und bereit sind, den Mythos-Aufpreis zu zahlen. Für sie stellt sich die Frage kaum. Für alle anderen empfiehlt sich gründliches Nachdenken.
Praktische Infos
- La moto est accessible aux permis : A
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