Technische Daten
Fahrwerk
- Vorderradaufhängung
- Fourche à double parallélogramme de type Fior
- Hinterradaufhängung
- amortisseur sous le châssis
Bremsen
- Vorderradbremse
- Freinage 1 disque
- Hinterradbremse
- Freinage 1 disque
Übersicht
Erinnern Sie sich an Kanedas Motorrad aus Akira? Honda offensichtlich auch. Auf der Japan Mobility Show vorgestellt, wirkt das EV Outlier Concept wie eine Absichtserklärung für die Zeit nach 2030, ein rollendes Manifest, das ebenso viel der japanischen Science-Fiction entlehnt wie den Ingenieurbüros in Hamamatsu. Der Hersteller mit dem Flügel-Logo verspricht nichts Konkretes – kein Datenblatt, kein Markteinführungsdatum, keinen Preis. Nur eine Vision. Aber was für eine Vision. Dieses elektrische Concept-Bike hat das Verdienst, die Konventionen aufzubrechen und zu beweisen, dass Honda nicht vorhat, sich damit zu begnügen, einen Elektromotor in einen klassischen Rahmen zu stecken, um das Kästchen der Energiewende abzuhaken.

Das Detail, das sofort ins Auge fällt, ist der Allradantrieb. Zwei Elektromotoren, einer in jedem Rad. Der Traum vom zweiradgetriebenen Motorrad hat die Jahrzehnte überdauert, ohne sich jemals wirklich in der Serienproduktion durchzusetzen, und Honda bringt ihn mit einer Lösung zurück auf den Tisch, die auf dem Papier eine beeindruckende Traktion verspricht. Man kann sich das Potenzial auf nasser Fahrbahn oder beschädigtem Belag vorstellen. Man stellt sich ebenso die Komplexität der elektronischen Steuerung vor, die das mit sich bringt – mit einem Drehmoment, das je nach verfügbarer Haftung intelligent zwischen Vorder- und Hinterrad verteilt werden muss. Das TFT-Display auf der Tankattrappe zeigt übrigens die Traktionsdaten jedes Rades in Echtzeit an – ein Beweis dafür, dass die Ingenieure bereits über die Schnittstelle zwischen Fahrer und dieser neuartigen Mechanik nachgedacht haben.
Aber lassen Sie sich nicht von der aggressiven Linie und der stromlinienförmigen Verkleidung täuschen. Die Honda EV Outlier setzt nicht auf die Sportkarte. Die Sitzbank ist nach hinten versetzt, die Fußrasten nach vorn gerückt, die Sitzposition erinnert eher an einen Custom als an eine Supersportlerin. Man denkt an die früheren Experimente des Herstellers – die NM4 Vultus und DN-01, diese Hybridmaschinen zwischen Roller und Cruiser, die nie ihr Publikum fanden, aber bereits den Willen bezeugten, ausgetretene Pfade zu verlassen. Die EV Outlier treibt diese Logik deutlich weiter, mit einer schalenförmigen Sitzfläche und verstellbaren Fußrasten, die eher an ein Cockpit erinnern als an eine Motorradsitzbank.

Was das Fahrwerk betrifft, sind die technischen Entscheidungen ebenso radikal. Eine Monocoque-Struktur, eine teilweise transparente Verkleidung, die das Innenleben der Maschine erahnen lässt, eine Doppelparallelogramm-Gabel in der Tradition dessen, was Honda für die Gold Wing entwickelt hat, und ein horizontal unter dem Chassis montierter Stoßdämpfer – eine Anordnung, die Kenner an die französischen Voxan-Motorräder der frühen 2000er-Jahre erinnern wird. Die Instrumentierung verteilt sich auf zwei separate Bildschirme. Der am Lenker, fast so breit wie die Lenksäule, bündelt die Fahrinformationen und integriert an seinen Enden ein kamerabasiertes Rückblicksystem. Das Ganze ergibt ein Cockpit, das einem Anime entsprungen scheint und mit der Gesamtästhetik des Gefährts im Einklang steht.
Seien wir realistisch. Keine Leistungsdaten, keine Gewichtsangaben, keine angekündigte Reichweite. Die EV Outlier bleibt eine Stilübung, ein Versuchsballon, um die Reaktionen des Publikums zu testen und zu zeigen, dass Honda über Elektromobilität anders nachdenkt als nur in Form einfacher Stadtroller. Das eigentliche Interesse liegt in den technologischen Bausteinen, die sie an Bord hat. Der elektrische Allradantrieb, die Parallelogramm-Gabel, die kamerabasierte Instrumentierung – all das könnte sich in Bruchstücken in den kommenden Jahren auf Serienmodellen wiederfinden. Vorerst bleibt die EV Outlier ein Hochglanztraum. Aber es ist ein Traum, der das Verdienst hat, Lust zu machen, daran zu glauben.
Praktische Infos
- La moto est accessible aux permis : A
- Pays de fabrication : Japon
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