Schlüsselleistung
Technische Daten
Motor
- Hubraum
- 1868 cc
- Leistung
- 94.0 ch @ 5020 tr/min (69.1 kW)
- Drehmoment
- 154.9 Nm @ 3250 tr/min
- Motortyp
- Bicylindre en V à 45°, 4 temps
- Kühlung
- par air
- Verdichtungsverhältnis
- 10.5 : 1
- Bohrung × Hub
- 102 x 114.3 mm
- Ventile/Zylinder
- 4
- Kraftstoffsystem
- Injection
- Starter
- électrique
Fahrwerk
- Rahmen
- Double berceau tubulaire en acier
- Getriebe
- boîte à 6 rapports
- Endantrieb
- Courroie
- Vorderradaufhängung
- Fourche telescopique Ø 41.3 mm, déb : 130 mm
- Hinterradaufhängung
- Mono-amortisseur sous la selle, déb : 86 mm
Bremsen
- Vorderradbremse
- Freinage 1 disque Ø 300 mm, étrier 4 pistons
- Hinterradbremse
- Freinage 1 disque Ø 292 mm, étrier 2 pistons
- Vorderreifen
- 160/60-18
- Hinterreifen
- 240/40-18
Abmessungen
- Sitzhöhe
- 675.00 mm
- Sitztyp
- Selle biplaces
- Tankinhalt
- 18.90 L
- Gewicht
- 317.00 kg
- Trockengewicht
- 304.00 kg
- Neupreis
- 32 600 €
Übersicht
Hundertzwanzig Jahre lang lässt Milwaukee die Muskeln spielen, und wenn es Zeit wird, die Kerzen auszublasen, steht immer die Fat Boy am Kopfende der Tafel. Logisch. Seit ihrem ersten Kinoauftritt am Arm von Schwarzenegger verkörpert dieses Koloss den amerikanischen Custom in seiner ungehemmtesten Form. Zum Jubiläum 2023 bringt Harley-Davidson daher eine auf 3000 Exemplare limitierte Sonderedition FLFBSANV heraus, nummeriert auf der Tankkonsole. Die Art von Serie, die ein Motorrad zum Sammlerstück macht, noch bevor man den Zündschlüssel gedreht hat.

Bei der Aufmachung hat Milwaukee nicht gespart. Die Lackierung Heirloom Red Fade spielt mit einem Verlauf aus tiefen Rottönen, aufgewertet durch Midnight-Crimson-Akzente, das Ganze eingefasst von Chromteilen, poliert wie Friseurspiegel. Die Embleme an Motor und Luftfilter greifen diese Purpur-Nuancen auf, während ein adlerförmiges Medaillon an den Tankflanken thront. Die Sitzbank für zwei, nur 675 mm über dem Boden, zeigt sich zweifarbig mit roten und goldenen Ziernähten und dem in Goldfaden gestickten Logo. Man nähert sich dem Ausstattungsniveau der CVO, jener Ultra-Premium-Serien der Modellpalette. Und genau davon nähert man sich auch der Rechnung.
Denn hier wird es heikel: 32.600 Euro. Also über 6.000 Euro Aufpreis gegenüber der Standard-Fat-Boy, bei technisch absolut identischer Basis. Unter diesem Festtagskleid schlägt derselbe Milwaukee Eight mit 1.868 cm³, ein V-Twin im 45°-Winkel, der 94 PS bei 5.020 U/min und vor allem 155 Nm Drehmoment ab 3.250 Touren liefert. Zahlen, die auf dem Papier nicht mit einer Indian Chief Dark Horse mithalten, die aber im Sattel ihren vollen Sinn entfalten. Dieser V-Twin sucht keine rohe Leistung. Er schiebt seine vollgetankten 317 kg mit einer sahnigen, fast trägen Geschmeidigkeit voran, übertragen auf den 240-mm-Hinterreifen über einen Riemenantrieb und ein Sechsganggetriebe mit sauberer Rastung. Das alles begleitet von einem heiseren Grollen, das die beste Visitenkarte der Marke bleibt.
Das Fahrwerk, ein Stahlrohr-Doppelschleifenrahmen, erhebt keinen Anspruch darauf, mit den Sportlern des Segments zu konkurrieren. Die 41,3-mm-Telegabel bietet 130 mm Federweg, das unter der Sitzbank versteckte Monofederbein begnügt sich mit 86 mm. Auf schlechter Fahrbahn bleibt der Komfort dürftig, und die 18,9 Liter des Tanks erzwingen regelmäßige Stopps. Bei einer Höchstgeschwindigkeit von 175 km/h sprechen wir nicht von einer Maschine, die für Autobahnkilometer gemacht ist. Die Fat Boy ist ein urbaner und stadtnaher Cruiser, gebaut, um Ellbogen an der Autotür zu rollen und Blicke auf sich zu ziehen. Und in dieser Disziplin erfüllt diese Jubiläumsversion ihren Auftrag ohne jede Diskussion.
Bleibt die grundsätzliche Frage: Einen solchen Aufpreis für Lack und Embleme zahlen – ist das vernünftig? Vermutlich nicht, wenn man rein nach dem Preis-Leistungs-Verhältnis urteilt. Aber Harley verkauft keine Vernunft. Der Hersteller verkauft Zugehörigkeit, Erbe, eine Eintrittskarte in einen Club, der seine Jubiläen mit der Regelmäßigkeit eines Metronoms feiert. Nach den Editionen zum 95., 100., 105., 110. und 115. Jubiläum setzt diese Fat Boy zum 120. eine bestens eingespielte Tradition fort. Die 3.000 Exemplare werden mühelos Abnehmer finden, aufgesogen von Sammlern und Enthusiasten, die ihren Kauf niemals mit einer Kawasaki Vulcan vergleichen würden. Das ist das ganze Harley-Paradox: Man weiß, dass man zu viel bezahlt, und unterschreibt trotzdem den Kaufvertrag.
Serienausstattung
- Assistance au freinage : ABS de série
- Régulateur de vitesse
- Démarrage sans clé
Praktische Infos
- La moto est accessible aux permis : A
- Fabriqué en 3 000 exemplaires
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