Schlüsselleistung
Technische Daten
Motor
- Kühlung
- par air
Fahrwerk
- Rahmen
- cadre en aluminium fraisé
- Endantrieb
- Cardan
- Vorderradaufhängung
- Fourche à double longerons
- Hinterradaufhängung
- Mono-amortisseur et monobras
Bremsen
- Vorderradbremse
- Freinage 2 disques
- Hinterradbremse
- Freinage 1 disque
Abmessungen
- Neupreis
- 60 000 €
Übersicht
Wenn BMW beschließt, seine elektrischen Ambitionen auf zwei Räder zu projizieren, macht der bayerische Hersteller keine halben Sachen. Die BMW Vision DC Roadster, 2019 enthüllt, ist kein Serienmodell. Sie ist eine Absichtserklärung, ein rollendes Manifest, das der ganzen Welt verkündet, dass der blau-weiße Propeller im Rennen um die Elektrifizierung kräftig mitmischen will. Zum Zeitpunkt ihrer Präsentation sei daran erinnert, dass der Katalog von BMW Motorrad nur ein einziges Fahrzeug mit Netzanschluss führte – den Roller C-evolution. Dreißig Modelle im Programm, ein einziges ohne Auspuff. Das Ungleichgewicht war offensichtlich, und dieses Konzept sollte als Weckruf dienen. Auf dem Papier war die Mission erfüllt, zumindest visuell.

Was an der BMW Vision DC Roadster zuerst ins Auge sticht, ist der entschlossene Wille, das Erbe nicht zu verraten. Die Münchner Ingenieure hätten ein futuristisches Rollbrett ohne Seele zeichnen können. Stattdessen entschieden sie sich, dem Flat-Twin Tribut zu zollen – dem mechanischen Markenzeichen der Marke seit der R32 von 1923. Zwei Kühlmodule flankieren die Batterie, genau dort, wo sich die Zylinder eines Boxers befinden würden. Die Anspielung ist subtil und clever. Mehr noch: Diese Elemente spreizen sich beim Starten leicht nach außen, als würde die Maschine einatmen, bevor sie losstürmt. Die Geste ist theatralisch, gewiss, aber sie verankert dieses Objekt in einer Ahnenreihe. Man bricht nicht mit einem Jahrhundert Verbrenner, ohne ein paar Erinnerungen im Gepäck mitzunehmen.
Was das Fahrwerk betrifft, erlaubt der Spielraum eines Konzepts jede Kühnheit. Der gefräste Aluminiumrahmen nimmt die Batterie – das voluminöseste Bauteil eines Elektromotorrads – in zentraler Position auf. Der Motor, zu dem BMW keinerlei technische Daten preisgab, hat die Form eines kompakten Zylinders unter dem Akku und ist über eine skulpturale Einarmschwinge direkt mit einem Kardanantrieb verbunden. Die Vorderradführung setzt auf eine Doppelholmgabel, inspiriert vom Duolever-System der K 1600, auch wenn die ästhetische Umsetzung hier deutlich aggressiver ausfällt. Das Ganze rollt auf maßgefertigten Metzeler-Reifen mit fluoreszierenden Einsätzen, die es niemals in den Katalog schaffen werden. Der minimalistische Sattel thront auf einer Rohrstruktur, die den Platz einnimmt, der einst dem Benzintank vorbehalten war. Das Armaturenbrett beschränkt sich auf einen kompakten Bildschirm mit vier Fahrmodi. Der Lenker, geschliffen wie ein Stück Industrieschmuck, scheint allem, was heute auf Rädern unterwegs ist, zwanzig Jahre voraus zu sein.
Sollte man sich deshalb in Begeisterung stürzen? Das Datenblatt der BMW Vision DC Roadster bleibt verzweifelt leer. Weder Leistung, noch Drehmoment, noch Gewicht, noch Reichweite. BMW nannte einen geschätzten Preis von rund 60 000 Euro, was das Gefährt in die tarifäre Stratosphäre katapultiert, weit vor eine damalige Energica Ego oder Harley-Davidson LiveWire. Ohne konkrete Daten lässt sich kaum mehr beurteilen als Stil und Absicht. Und in dieser Hinsicht hinterlässt der bayerische Roadster bleibenden Eindruck. Er beweist, dass Elektro nicht dazu verdammt ist, Motorräder ohne Persönlichkeit hervorzubringen – glatte, stumme Geräte, die an Staubsauger auf Rädern erinnern.
Das eigentliche Thema ist die Fortsetzung. Seit 2019 hat sich der Markt für Elektromotorräder bewegt, langsam, aber stetig. BMW hat den CE 04 auf den Markt gebracht, einen Roller, der diesem Konzept durchaus einige stilistische Codes entlehnt. Doch der elektrische Sportroadster von BMW, jener, der die Theken der Café-Racer-Szene zum Beben bringen würde, verharrt im Ungewissen. Die BMW Vision DC Roadster hatte das Verdienst, eine schlüssige Vision zu formulieren, verankert in der DNA der Marke. Es bleibt abzuwarten, ob München den Mut finden wird, sie zu verwirklichen, oder ob dieses schöne Objekt wie so viele andere Konzepte endet – auf dem Salon bewundert und beim Händler vergessen.
Praktische Infos
- La moto est accessible aux permis : A
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