Schlüsselleistung
Technische Daten
Motor
- Hubraum
- 1170 cc
- Leistung
- 110.0 ch @ 7750 tr/min (80.9 kW)
- Drehmoment
- 118.7 Nm @ 6000 tr/min
- Motortyp
- Bicylindre à plat, 4 temps
- Kühlung
- combiné air / huile
- Verdichtungsverhältnis
- 12 : 1
- Bohrung × Hub
- 101 x 73 mm
- Ventile/Zylinder
- 4
- Nockenwellen
- 2 ACT
- Kraftstoffsystem
- Injection Ø 50 mm
Fahrwerk
- Rahmen
- Treillis en tubes d'acier avec moteur porteur
- Getriebe
- boîte à 6 rapports
- Endantrieb
- Cardan
- Vorderradaufhängung
- Fourche téléhydraulique inversée Ø 46 mm
- Hinterradaufhängung
- Mono-amortisseur et monobras Paralever
Bremsen
- Vorderradbremse
- Freinage 2 disques Ø 320 mm, fixation radiale, étrier 4 pistons
- Hinterradbremse
- Freinage 1 disque Ø 265 mm, étrier 2 pistons
Abmessungen
- Tankinhalt
- 18.00 L
- Neupreis
- 18 000 €
Übersicht
Was erhält man, wenn BMW beschließt, seine R nineT mit dem Geist der baskischen Strände und der kalifornischen Surfkultur zu kreuzen? Eine konzeptionelle Maschine namens Path 22, enthüllt 2015 beim Wheels & Waves Festival in Biarritz. Kein Serienmodell im eigentlichen Sinne, sondern eine Absichtserklärung. BMW Motorrad legte seine Vision eines modernen Scramblers auf den Tisch, entstanden aus einer Zusammenarbeit zwischen dem bayerischen Hersteller, dem von Vincent Prat geführten Southsiders MC, dem Künstler Ornamental Conifer und dem Surfbretthersteller Dyer Brand. Ein kollektives, fast schon künstlerisches Projekt, das weit über eine bloße Stilübung auf zwei Rädern hinausging.

Die mechanische Basis kennt man gut. Es ist der liegende Zweizylinder mit 1170 cc, derselbe, der die R nineT antreibt, mit seinen 110 PS bei 7750 U/min und vor allem einem großzügigen Drehmoment von 118,7 Nm, das bereits ab 6000 U/min anliegt. Ein geschmeidiger, runder Motor, perfekt abgestimmt auf eine entspannte Fahrphilosophie. Der Flat-Twin übernimmt hier die Rolle des strukturellen Herzstücks, verschraubt mit einem Stahlgitterrahmen, in dem er als tragendes Element fungiert. Der Kardanantrieb und das Sechsganggetriebe vervollständigen ein Paket, das aufs Fahren ausgelegt ist, ohne sich um die Pflege einer Kette kümmern zu müssen. Mit einem Verdichtungsverhältnis von 12:1 und einer Bohrung von 101 mm bei 73 mm Hub setzt dieser Motor auf Drehfreude und spontanes Hochdrehen statt auf das Drehmoment im unteren Bereich eines Langhubers.
Beim Fahrwerk hat BMW nicht gespart. Die 46-mm-Upside-down-Gabel, das Federbein in Kombination mit der Paralever-Einarmschwinge und die Bremsanlage mit 320-mm-Scheiben samt radial montierten Vierkolben-Sätteln stammen aus dem besten Regal des Hauses. Öhlins-Komponenten und CNC-gefräste Teile von Roland Sands Design werten das Gesamtpaket auf. Die in die Lenkerenden integrierten MotoGadget-Blinker, der Ledersattel mit Ziernähten, die Gabelfaltenbälge und das Scheinwerfergitter ergeben eine bewusst rohe Mischung aus sorgfältigem Handwerk und Abenteurer-Geist. Die Einarmschwinge gibt das Fünfspeichen-Hinterrad frei – ein visuelles Erkennungszeichen, typisch BMW. Klare Linien, kurzer Sattel, runder Scheinwerfer: Die Silhouette bleibt kompakt und verspricht eine gewisse Agilität trotz der Ausmaße eines Flat-Twins.
Was die Path 22 wirklich von ihren Konkurrenten in der damaligen Scrambler-Welle unterscheidet, ist ihre kulturelle Positionierung. Wo Ducati einen zugänglichen, massentauglichen Scrambler anbot und Triumph mit seiner Street-Scrambler-Reihe auf die Heritage-Karte setzte, zielte BMW auf eine exklusivere Nische. Der Preis von 18 000 Euro platzierte diese Maschine in der Premium-Kategorie, gerechtfertigt durch hochwertige Ausstattung, aber auch durch die Geschichte, die rund um das Projekt erzählt wurde. Der seitliche Surfbretthalter aus Aluminium und Leder, modular und versenkbar, fasste die Philosophie allein zusammen: ein Motorrad für jene, die Richtung Ozean fahren, nicht für diejenigen, die einen vielseitigen Alltags-Scrambler suchen. Mason Dyer, renommierter Shaper aus San Diego, hatte sogar zwei exklusive Boards eigens für die Maschine geschaffen.
Sollte man in der Path 22 einen echten Scrambler sehen, der Schotterpisten gewachsen ist? Ihre Stollenreifen, die vergrößerten Federwege und der hochgelegte Auspuff verleihen ihr die visuellen Attribute der Gattung, geerbt von den umgebauten Straßenmaschinen der 1950er-Jahre. Aber seien wir ehrlich: Mit einem 18-Liter-Tank und edler Mechanik bleibt diese BMW vor allem ein Objekt der Begierde für Liebhaber schöner, individualisierbarer Maschinen. Sie kündigte im Übrigen an, was BMW anschließend mit der Serien-R nineT Scrambler verwirklichen sollte. Ein verführerisches Konzept, vielleicht zu exklusiv, um das Segment nachhaltig zu prägen, das aber bewies, dass München die Sprache der Motorrad-Gegenkultur zu sprechen wusste, wenn es darauf ankam.
Serienausstattung
- Assistance au freinage : ABS de série
Praktische Infos
- La moto est accessible aux permis : A
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