Technische Daten
Motor
- Motortyp
- Monocylindre incliné vers l'arrière, 4 temps
- Kühlung
- liquide
- Ventile/Zylinder
- 4
Fahrwerk
- Endantrieb
- Chaîne
- Vorderradaufhängung
- Fourche téléhydraulique inversée Ø nc
- Hinterradaufhängung
- Mono-amortisseur
Bremsen
- Vorderradbremse
- Freinage 1 disque , fixation radiale, étrier 4 pistons
- Hinterradbremse
- Freinage 1 disque , fixation radiale, étrier 4 pistons
Übersicht
Wenn BMW beschließt, mit der Schwerkraft zu spielen, kommt dabei kein braver Roadster oder ein ordentlicher Adventurer heraus. Das Ergebnis ist das Concept Stunt G 310, das seine Weltpremiere auf der wichtigsten Motorradmesse Südamerikas feierte – eine Maschine, die von A bis Z darauf ausgelegt ist, die physikalischen Gesetze auf dem Asphalt herauszufordern. Das Projekt entstand nicht am Reißbrett praxisferner Ingenieure: Chris Pfeiffer, vierfacher Welt- und Europameister im Stunt-Fahren, war von Beginn an in die Entwicklung eingebunden. Und das sieht man.

Das Herzstück des Konzepts bildet ein Einzylinder-Viertakter mit einer ausgesprochen originellen Architektur. Der Zylinder ist nach hinten geneigt, während der Zylinderkopf um 180 Grad gedreht wurde, wodurch die Einlassseite an der Vorderseite des Motors und der Auslass auf der Rückseite angeordnet werden konnte. Direkte Folge: Der Schalldämpfer findet seinen Platz unter der Sitzbank, eingeklemmt zwischen Stoßdämpfer und Motorblock, geschützt vor Einschlägen und vollständig außerhalb des Bewegungsbereichs des Fahrers. Diese kompakte Anordnung erlaubt einen sehr kurzen Radstand in Kombination mit einem langen Schwingarm – eine Kombination, die eine präzise Handlichkeit begünstigt, ohne die Stabilität bei Figuren zu opfern. Das abgesenkte Vorderrad und das erhöhte Heck verstärken diese aggressive Geometrie zusätzlich. Auf dem Papier ist das reinster Stunt-Sport.
Die spezifische Ausstattung lässt keinerlei Zweifel an den Absichten. Der Gasgriff lässt sich arretieren, um die Gasstellung ohne Hände zu halten, die Übersetzung wurde speziell abgestimmt, um die Kraftübertragung auf das Hinterrad bei Wheelies zu optimieren, und die Hinterradbremse ist schlichtweg verdoppelt: Ein zweiter Bremssattel wird am Hinterradscheibe hinzugefügt, betätigt über einen Hauptbremszylinder am linken Lenkerende, direkt neben dem Kupplungshebel. Der Fahrer kann so das Hinterrad bremsen, selbst wenn sein rechter Fuß in der Luft schwebt. Zusätzliche Fußrasten auf Höhe der Vorderradachse und in Sattelbereichsnähe bieten versetzte Auflagepunkte für die akrobatischsten Positionen. Das Ganze wird durch einen charakteristischen roten Rohrschutzrahmen geschützt, und ein gefrästes Aluminiumteil am Heck, die „Stunt Rail", integriert eine zentrale Öffnung, durch die der Fahrer bei stehenden Figuren am Heck seinen Fuß führen kann.
Das Design ist stimmig mit dem Anspruch. Die Silhouette ist nach vorne ausgehöhlt, alle Linien weisen auf das Vorderrad, als würden sie den nächsten Stoppie ankündigen. Die voluminösen Flanken um den Tank vermitteln den Eindruck einer im Zentrum konzentrierten Masse, während das Heck scharf ausläuft. BMW spielte die Farbkarte mit einer weißen Motorsport-Basis, Blau und Rot als Verweis auf die brasilianischen Farben für diesen Anlass sowie Akzenten in Neongrün und -gelb, die Kontraste setzen, ohne ins Grelle abzugleiten. Der dunkel gehaltene Motorblock senkt das Schwerpunktzentrum optisch ab – ein Styling-Detail, das tatsächlich ins Auge sticht.
Dieses Konzept richtet sich offensichtlich nicht an den Sonntagsfahrer. Es ist ein von BMW unterzeichnetes Absichtsbekenntnis, den G 310 in Welten zu überführen, die weit von ruhiger urbaner Mobilität entfernt sind. Kündigt es eine Serienversion an? Zum jetzigen Zeitpunkt bestätigt nichts dergleichen. Doch die technische Glaubwürdigkeit der Motorarchitektur und die Präzision der gemeinsam mit Pfeiffer entwickelten Lösungen zeigen, dass München keineswegs nur so tut als ob. Eine Nischenmaschine, gedacht für ein hochspezialisiertes Publikum, die beweist, dass die 310-cc-Plattform mehr Potenzial birgt, als ihre zurückhaltenden Anfänge vermuten ließen.
Praktische Infos
- La moto est accessible aux permis : A
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